Tagsüber ist es anfangs März bereits um +5°C. Bei blauem Himmel und Sonnenschein nehmen wir den Nachmittagskaffee draussen auf der Veranda ein. Es ist so still hier, kein Verkehrs-, kein Fluglärm (viel mehr Kondensstreifen als normal, ob das mit den Kriegen USA-Iran und Russland-Ukraine zusammenhängt?), ab und zu meldet sich ein Vogel oder Kirchenglocken sind zu hören, sonst ist es wirklich sehr ruhig. In der Tierklinik wird Pipa für die Kombi-Impfung gepiekt – sie verträgt sie schlecht und muss nachts 4-5x raus. Birkenrinden-Bastelarbeiten sind weiter angesagt. Beim Seerundgang hören wir die Eisfläche knacken…es taut langsam – da es tags schon mal bis +12°C wird.

Auf SRF Musikwelle wird am 11.3. für mich zum 70. «I want to go to Nashville” gespielt. Für Mitte März sind wir nochmals zu einem ‘Interview’ in der Schweiz geladen, davor gibt es einiges vorzubereiten (wie z.B. nochmals veganes Hundefutter und Heizöl bestellen und die Fähre buchen etc.).  Dann geht es los mit dem Wohnmobil und Hänger südwärts bis zum Hafen von Trelleborg, wo die Fähre ‘Tom Sawyer’ schon auf uns wartet – über Nacht geht’s rüber nach Rostock. Entlang der deutschen Autobahn sehen wir viele Rehe, ab und zu Kraniche und eine grosse Schar Schwäne. Für den Diesel zahlen wir € 2.63/l – wir schaffen 680 km und erreichen am nächsten Tag bereits die Schweizer Grenze. Beim Spaziergang entlang der Thur fühlen wir uns wie im Bärlauch-Paradies, überall wächst dieses feine Kraut. Natürlich wird gepflückt! In der Vegan Bakery decken wir uns dann mit Zimtschnecken ein, die wir unseren CH-Freunden im Ort als Schweden-Schmackerl zusammen mit Champagner hinstellen. Unser MAN hat diverse Macken, die unser Vertrauensgaragist Peter innert ein paar Tagen prima entschärft. Die Igel in unserem Garten sind wach und suchen/finden bei uns Futter. Nach dem hochoffiziellen Termin und einigen Besorgungen und Besuchen machen wir noch einen Ausflug via Thusis-San Bernardino nach Mesocco. In Pian San Giaccomo spazieren wir zum grossen Stuhl am See. Nicht genug gefahren :-), am nächsten Tag geht es in die andere Richtung, der Jura ruft. Nachdem wir uns bei Carmine mit einer super feinen Pizza gestärkt haben und unser MAN fahrbereit ist, geht es am 24.3. wieder los, Gas füllen, Wasser füllen, tanken für CHF 2.12 und via Rheinklingen (Spaziergang), Schaffhausen über die Grenze in Thayingen.

Auf der Fahrt nordwärts überlegen wir uns, gleich via Finnland weiterzufahren, buchen vorerst mal die Fähre Rostock-Trelleborg und fahren den 110’000. km des MAN. In Deutschland zahlen wir bereits € 2.259 aber was soll’s, keinen Unfall wie die, an denen wir vorbeifahren zu haben, ist wichtiger. Sturmmöven begrüssen uns in Rostock bei 6°C und die Nachtfähre bringt uns pünktlich um 05:30 Uhr in Trelleborg an. Nur 15 Min. später führen wir unsere Hunde bereits im Naturschutzgebiet bei Maglarp spazieren. Via Malmö-Helsingborg geht es zuerst zur Tierklinik in Värnamo, um die Echinococcus Behandlung im Hundepass bestätigen zu lassen (Fuchsbandwurm), die für die Einreise nach Finnland zwingend ist. Auf der Fahrt Richtung Stockholm sehen wir viele überfahrene Tiere (Dachse?) auf der Autobahn :-(. Wir tanken nochmals für SEK 23.54 und warten dann in Kapellskär (bei Stockholm) auf die Fähre, die uns in der Nacht auf die Inselgruppe von Aland im Bottnischen Meerbusen bringt. Aland gehört zu Finnland, ist weitgehend autonom und entmilitarisiert und hat als offizielle Sprache schwedisch. Aland besteht aus rund 6500 Inseln, von denen nur 60 ständig bewohnt sind. Speziell an dieser Überfahrt ist, dass wir gleich 2 Stunden unserer Lebenszeit einbüssen, denn einerseits ist uns Finnland 1 Std. voraus und andererseits wird in der Nacht die Zeitumstellung auf Sommerzeit gemacht! Während unseres kurzen Aufenthalts erinnern wir uns an das letzte Mal, als wir hier waren (im Juni 2019) und fahren in die Hauptstadt Mariehamn. Es ist nicht viel los, der Hafen ist noch unbelebt aber die Sonne begleitet uns bei 8°C. Skandinavien wie aus dem Bilderbuch: nahezu unwirklicher Kontrast von grünen Uferwiesen und dem azurblauen Meer. Am Abend heisst es schon wieder ‘boarding’ zur Fährfahrt durch das Schärengebiet nach Naantali auf dem finnischen Festland. ‘Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung’, sagt man, also nehmen wir nach der Ankunft unsere beiden Hundemädchen an die Hand und machen uns – mit nüchternem Magen – auf zur 7 km Seeumrundung. Unser weiteres Ziel ist Ostfinnland, wo wir der russischen Grenzregion entlang, vorbei an Helsinki bis zum Saimaa-Kanal, einer 43 km langen, historisch bedeutsamen Wasserstrasse (die den Saimaa-See in Finnland mit dem Finnischen Meerbusen bei Wyborg in Russland verbindet) in Südkarelien fahren. Tankstopp für € 2.309 und 2.34 – USA-Iran Krieg sei dank. Via Lappeenrata-Karavansun fahren wir bis Ilomantsi, wo es beim Sportplatz genügend Parkplätze, eine super Loipenrunde (aber nur noch wenig Schneereste gibt, auf denen Pipa+Luna ihre Wohlfühl-Rugelis drehen..