29.12.19 – 4.1.2020 ein neues Jahr – ein neues Jahrzehnt
Unser Morgenspaziergang beginnt jeweils, wenn es noch stockdunkel ist draussen. Es geht vorbei am Hafen und entlang eines Uferwegs zu einem Wald und retour, richtig abwechslungsreich. Uns Binnenländer kommen dabei Töne an unsere Ohren, die man in einem Gruselfilm verwenden könnte: der Wind bläst durch die Kronen der Küstenbäume, das Schilf bewegt sich geisterhaft hin und her, die Wellen schlagen gegen das Ufer und aus der Ferne ist der Ruf eines Käuzchens zu hören. Die Haare zu Berge stehen lassen können einem die nahen heiseren Töne, die wie eine Art Hilferufe an unser Ohr dringen. Sie erweisen sich aber als Rufe von Schwänen, Gänsen und Enten, die auf der Ostsee herumschwimmen. Realisiert man nicht was es ist und wer diese Töne von sich gibt, kann es echt gruselig rüberkommen. Auf dem Heimweg beginnt es dann jeweils zu tagen und ganze Scharen von Krähenvögel fliegen über uns hinweg, so dass man sich schon wie in Hitchcocks Film ‘Die Vögel’ fühlt. Sie lassen sich auf den hohen Bäumen neben unserer Wohnung nieder und erst wenn sie nach geraumer Zeit weitergezogen sind, besuchen Spatz & Co. unsere Futterstellen. Andere gehen in dieser Zeit zwischen den Jahren in die Berge … wir sind für den Jahresendeinkauf in ‘Bergen’ gewesen 😊. Bergen ist der Hauptort der Insel Rügen und verfügt über Einkaufszentren, wo man auch die von uns gesuchten Lebensmittel findet. Auf dem Weg dorthin kommen wir wieder durch eine der vielen schönen Alleen-Strassen mit den knorrigen Bäumen und ihren weit ausladenden Ästen. Die guten Neujahrswünsche sind ausgetauscht – dabei stechen die bebilderten Antworten unserer deutschen Freunde John und Roland hervor, die wir dem geneigten Leser nicht vorenthalten wollen und in der Foto-Galerie abbilden Ganz herzlichen Dank an diese beiden Künstler!. Das neue Jahrzehnt ist schon wieder einige Tage alt und hat bereits für Abwechslung gesorgt, zumindest wettertechnisch! Zuerst war der Himmel grau, dann blau mit viel Sonne und heftigem Wind, einen Tag später Nieselregen, dann Gewitter-Regen und wieder ein Sonnentag. Für Oxi und Luso war die Silvesternacht der Horror; schon am Nachmittag sind die ersten Böller losgekracht. Im nahen Hafengebiet wurden insbesondere ab 22 Uhr und wieder ab Mitternacht bis gegen 2 Uhr morgens Raketen losgelassen. Oxi hat sich in die hinterste, kleinste Ecke zurückgezogen, gezittert und gehechelt. Nun aber ist wieder die ‘alte Ordnung’ eingekehrt, Oxi und Pipa buddeln Löcher in den Sand während Luso die Baumstrunke inspiziert. Den Hundestrand bei Neu Reddevitz will keiner der Vierbeiner richtig testen aber das Salz spürt man auch so, z.B. auf der Haut, wenn der Wind Feuchtigkeit ablagert. Von der Aussichtsplattform her schauen wir uns das nahe künstliche Inselchen an, ein 700 m2 grosser Komplex auf 600 Holzpfählen, der zu DDR-Zeiten als Entmagnetisierungs-Station gedient hat. Marineschiffe wurden hier über eine Kabelschleife im Meer gegen die Kollision mit tückischen Magnetminen gewappnet. Nach einem Abstecher zum Gobbiner Haken, einem Kleinst-Hafen im Rügerschen Bodden mit alten Fischerschiffen hat sich die Sonne schon wieder zum Schlafengehen niedergelassen und uns animiert es, es ihr gleich zu tun. Am Folgetag werden wir regelrecht geduscht und sind bis auf die Unterhosen nass, als wir und über Mittag raus wagen und sich ein Gewitterregen über uns ausleert. Wie sind wir froh, eine trockene, warme Bleibe zu haben! Das Wetter ändert hier an der Ostsee schnell, am Nachmittag ist es bereits wieder sonnig. Wir geben der Verlockung nach und fotografieren die faszinierendsten und schönsten Baumstämme.