Ferien von den Ferien auf Gotland – Freitag 6.9. bis Montag 9.9.19
Etwas wehmütig sitzen wir zum Frühstück ein letztes Mal auf der sonnigen Veranda unseres Ferienhauses, dann räumen wir unsere sieben Sachen wieder zurück in unser fahrendes Daheim. Kurz nach Mittag verlassen wir das geputzte Haus und verstauen den Schlüssel im Schlüsselsafe, laden den Kangoo wieder auf den Anhänger und fahren mit dem Gespann zur Marina in Fårösund, um dort unseren Wassertank zu füllen. Nur ein alter Camper steht dort und genau von dort steuert ein altes Paar auf uns zu kaum haben wir angehalten und behauptet, das sei Privatgelände, obwohl nirgends ein solcher Hinweis oder eine Verbotstafel zu sehen ist. Wir füllen trotzdem einige Liter Wasser und lassen dann – leicht frustriert über diesen untypischen Vorfall – das unfreundliche schwedische Paar stehen. Nach nur wenigen Kilometern stellen wir unser WoMo in Ar an den Hafen und geniessen die tolle Aussicht. Das Wetter hat sich entgegen der Prognose bestens gehalten, wodurch die Farben intensiv leuchten. Wir können tolle Fotos machen – müssen aber später enttäuscht feststellen, dass die schon lädierte Canon EOS1 sich irgendwie verselbständigt und nur schwarz-weiss Aufnahmen gemacht hat. Sehr schade und äusserst ärgerlich; zum Glück ist die ‘neue’ EOS1 bereits unterwegs. Am Abend spazieren wir dem Küstenweg entlang, wo sich unter den Büschen wieder Hasen regen, was die volle Aufmerksamkeit unserer Hunde beansprucht. Noch während wir bei Kerzenlicht – dem ersten seit wir unterwegs sind – unser Nachtessen einnehmen, suchen Oxi, Luso und Pipa ihre ‘alten’ WoMo-Schlafplätze auf, von wo wir sie zufrieden schnarchen hören. In der Nacht hat’s etwas geregnet, aber die Wolken sind am nächsten Morgen schon am Abziehen und bald kommt wieder die Sonne hervor. Wir fahren zurück in die Hauptstadt Gotlands, nach Visby, zum Einkauf und Wasser füllen, dazwischen spazieren wir mit den Hunden nochmals der alten malerischen Stadtmauer entlang zum Meer runter. Dort bückt Nils sich, um eine Flasche aufzuheben mit der Absicht, sie richtig zu entsorgen bevor sie zu Scherben wird. Was sehen wir, es ist eine Flaschenpost! Wir öffnen sie und lernen, dass sie am 15.7.19 (also vor fast 2 Monaten) in Rügen ins Meer geworfen wurde anlässlich der Aktion «Forschung vor Anker» www.hzg.de/openship. Selbstverständlich werden wir dem – der Schrift nach zu urteilen – jungen Malte eine Freude machen und ihm von unserem Fund berichten. Nach Tagen vergeblichen Versuchens erreichen wir auch unseren Freund Axel – der demnächst wieder als Schauspieler vor der Kamera steht endlich -, der sitzt gerade mit John zusammen und so können wir mit einem ‘Schlag’ beide wieder mal hören. Am Stadtrand von Visby stellen wir uns auf den bewährten Parkplatz, von dem aus verschiedene Spazierwege entlang der Steilküste führen. Letztes Mal haben wir überall Hasen davonhüpfen gesehen, heute keinen einzigen … ob die sich schon verzogen haben, jetzt ist es zwar windig und sonnig, aber für morgen ist Regen angesagt. Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt … der Regen kam in der Nacht, am Morgen war das ganze schon fast wieder vorbei. Trotzdem montieren wir die Gummistiefel und kreuzen die Strasse, um am Sonntag im Rathaus-Gebiet die z.T. naturbelassenen, z.T. parkartigen, fast menschenleeren Areale auszukundschaften und beim Kriegs-Monument Oscarsstenen kurz zu verharren. Am Montag 9.9.2019 ist es dann so weit, wir verlassen mit der Fähre die schöne Insel und landen nach 3 ¼ Stunden wieder auf dem schwedischen Festland in Oskarshamn. Am Horizont zeichnet sich ab, dass uns möglicherweise – beruflich bedingt – unsere Rückreise via Dänemark und Frankreich führen wird … mal sehen.
Zum Abschluss unseres Gotland Aufenthalts wie üblich ein paar Fakten zu dieser Insel, die auch einen längeren Besuch gaz sicher wert ist:
Gotland ist die grösste Insel Schwedens, wird auch als ‚Perle der Ostsee‘ bezeichnet, liegt 90 km vom Festland entfernt in der Ostsee auf 57° nördlicher Breite, hat eine Gesamtfläche von 3140 km2, eine max. Breite von 52 km und misst von der Südspitze bis zum Nordende der dazugehörenden Insel Fårö 176 km. (Hier ein Hinweis zur Klärung von Missverständnissen: Die Insel Fårö ist wie oben beschrieben schwedisch und liegt in der Ostsee. Sie ist nicht zu verwechseln mit den Färöer die auf 62° nördlicher Breite im Nordatlantik zwischen Schottland, Norwegen und Island liegen und zu Dänemark gehören). Fårö ist eine sehr flache Insel, der höchste Punkt liegt kaum mehr als 80 m über dem Meeresspiegel, hat ein Kalksteinplateau, im zentralen Teil fruchtbare Gebiete, im Norden und Süden ist es trocken. Das Klima ist ozeanisch, also stark vom Meer beeinflusst: kühle Sommer, milde Frühlinge, Herbste und Winter, viel Niederschlag im Winter. Ein ehemaliger Softwarespezialist ist daher weit nördlich der früher angenommenen Weingrenze von 52° N vor 20 Jahren auf die Idee gekommen, auf Gotland Wein anzubauen und gab seinem Weingut den Namen „Gutevin“. Mittlerweile gibt es mehrere Konkurrenten und sogar einen Gotland-Whisky. Heute zählt Gotland 59’000 feste Einwohner, während der kurzen aber intensiven Sommersaison können es schon 800‘000 Besucher sein! Die offizielle Flagge Gotlands ist quadratisch, zeigt auf blauem Grund einen stehenden silbernen Widder mit goldiger Kreuzstange und Flagge. Das Landschafts- und Symboltier der Insel ist der Igel.
Ihren Namen hat die Insel vom Germanenstamm der Goten, die die Insel laut der Gutasaga um die Zeitenwende zumindest teilweise verliessen, um auf dem Kontinent grosse Reiche im mediterranen Raum zu errichten. In der Wikingerzeit entwickelte sich Gotland zum Zentrum des Handels in der Ostsee. Dank ihrer Fähigkeiten beim Schiffbau bereisten die Wikinger ganz Europa. Es waren gute Seeleute aber auch geschickte Händler, die der Insel grossen Reichtum bescherten: zahlreiche Steinbauten und vor allem Kirchen wurden errichtet; noch heute soll es 100 Kirchen auf Gotland geben.























































