Bei einer Einkaufstour in der nahen Stadt stellen wir fest, dass Leuchtsterne die Strassen in warmes Licht tauchen. Die Weihnachtszeit naht. Um die Stimmung im Dunkeln aufzunehmen, fahren wir am Abend extra nochmals hin und verbinden es mit einem Spaziergang unter Strassenlaternen im Stadtpark. Weihnachtsmärkte sind auch in Schweden en vogue. Wir besuchen einen, der mit Ständen idyllisch im Wald stattfindet und finden ganz hinten das Häuschen des Samichlaus. Uschi bastelt aus Birkenrinde einen Tannenbaum und abends werden die Lichtlein im Fenster angemacht, wie es hier üblich ist, und so stellt sich auch bei uns – trotz mangelndem Schnee – etwas Festtagsstimmung ein.

Luna entdeckt eine Kröte und stupst sie ganz sanft an, wohl im Glauben, es sei ein Frosch, er sich nach dem Kuss in einen Prinzen verwandelt . Bei einer seiner Fototouren entdeckt Nils mal einen Hirsch, mal eine Elch-Mama mit Jungem. Uschi nimmt am Yoga-Kurs mit Stuhl und Musik teil – das geht auch ohne schwedisch zu verstehen – und lernt da, dass etliche Deutsche, Schweizer und Holländer in der Nähe wohnen.

Mitte Dezember findet auf der nahen Enduro-Strecke ein Nachtrennen statt. Es regnet und wir hoffen auf spektakuläre Spritz-Bilder. Es hat viele Leute, Teilnehmer und Zuschauer von teil weit her, aber wenig Spektakuläres, da die Piste durch den unbeleuchteten Wald führt. Als Zuschauer hört man die Töff-Fahrer kommen und sieht ihre Helm- und Töff-Leuchten, aber viel mehr leider nicht.

Danach machen wir uns zu einem Trip nach Gotland auf, der grössten schwedischen Insel und nehmen dazu die Nachtfähre ab Oskarshamn nach Visby. Beim uns schon von früheren Inseltrips bekannten Naturschutz-Parkplatz oberhalb der Klippen haben Pipa und Luna nur die Hasenfährten in der Nase; die Aussicht können wir gar nicht richtig geniessen. Dann fahren wir nordwärts und rüber zur nur durch einen schmalen Sund von Gotland getrennten kleinen Ostsee-Insel Färö (113 km2). Dort stehen viele der sehenswerten, mysteriösen Kalksteinformationen, genannt Rauk, die es uns speziell angetan haben. Wie z.B. ‘le Chien’ der Rauk, der aussieht wie ein Hund und im Wasser draussen steht. Ferner alte Mühlen sowie Wikingerhütten und… ein Autofriedhof, wo unser Fotograf gefragt ist. Die blu lagoon, an der im Sommer steter Andrang herrscht, haben wir ganz für uns alleine. Einfach schön und absolut sehenswert, dieses Gotland. Es gäbe noch viel zu sehen, landschaftlich, meeresstrandmässig wie auch die Altstadt und das Schloss und die Stadtmauer von Visby. Aber das gerne ein anderes Mal wieder…

Wir haben einen patenten Schuhmacher gefunden, der nicht nur Luna’s durch- gelaufene Pfotenfinken wieder ‘auf Vordermann’ bringt, sondern auch ihr Stiefeli neu besohlt und unsere Hosen und Jacken flickt. Damit ausgerüstet können wir wieder auf die 1 ½-stündige Rund’wanderung’ über’s Land, durch den Wald und der Veloroute entlang zurück. Diese Abwechslung gefällt unseren Vierbeinern ausgesprochen gut.

Für die Weihnachtswünsche an unsere Lieben daheim platzieren wir uns vor dem Cheminée oder draussen vor den verzuckerten Bäumen. Zum Plätzchen backen ist Uschi dieses Jahr gar nicht gekommen, aber einen feinen veganen Zopf oder einen Nuss-Lauch-Muffin gibt es hin und wieder.